Ostrov

Ostrov aus der Luft



Ostrov aus der Luft
Kurze Stadtgeschichte:
Ostrov entstand als Siedlung der Neuankömmlinge aus Franken und Bayern auf einem Gebiet, das die Hrabischitzer gepachtet hatten.
Zum ersten Mal wird Ostrov als „Zlawcowerde“ in der königlichen Urkunde von Přemysl Otakar I. aus dem Jahre 1207 erwähnt, die dem Kloster in Ossegg (heute Osek) nicht nur verschiedene Besitztümer, sondern auch das Patronat über die Kirche in Ostrov zugestand. Die Siedlung wurde nach ihrem Besitzer und wahrscheinlich auch dem Gründer Slauko aus dem Geschlecht der Hrabischitzer Schlackenwerth benannt.
Die ursprüngliche Marktsiedlung erstreckte sich rund um die St. Jakobskirche, die an einer natürlichen Terrasse gegründet wurde, die sich über den Auen am kleinen Fluss Bystřice und deren südlichen Zufluss erhob. Von Wasser umschlossen entstand so eine Erhebung - eine Insel (tsch. Ostrov).
Nachdem der neue böhmische König Přemysl Otakar II. den Thron bestiegen hatte, wurde 1254 der Hrabischitzer Boresch von Riesenburg eingekerkert und gezwungen, seine Besitztümer dem König abzutreten. Damals kam es auch zum weiteren Ausbau der Siedlung in höheren Lagen über dem Fluss Bystřice zu einer Stadtburg mit Verteidigungscharakter. Zum ersten Mal wird Schlackenwerth als königliche Stadt in der Urkunde des böhmischen Königs Johann von Luxemburg im Jahre 1331 erwähnt, in der Schlackenwerth als „unsere Stadt“ und die Einwohner als Stadtbürger (cives) angeführt werden.
Zum Aufschwung der Stadt trug auch der böhmische König und römische Kaiser Karl IV. bei, der den Schlackenwerthern auf deren Wunsch das Privilegium seines Vaters bestätigte und in den Jahren 1352 und 1366 allen Handelsleuten, die kostbare Waren von Eger (heute Cheb) nach Prag transportierten, auferlegte, den Königsweg (sog. Via regia) über Schlackenwerth zu nehmen.
Die weitere bauliche und historische Entwicklung der Stadt wurde von den bedeutenden Besitzern dieses Herrschaftsgutes beeinflusst. Im Jahr 1434 wurde Schlackenwerth von Graf Kaspar Schlick übernommen und nach dem Ende der Herrschaft der Adelsfamilie Schlick ging der Besitz zeitweilig auf den Stadtrat über.
Nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1623 ging das Herrschaftsgut in den Besitz der Herzöge von Sachsen-Lauenburg und später der Markgrafen von Baden über.
Die letzten Besitzer von Schlackenwerth waren die Großherzöge der Toskana. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine neue Stadt und leitete in Ostrov die Ära der Moderne ein. Die Stadt Ostrov können wir als ein buntes Mosaik unterschiedlicher architektonischer Stile –von der Spätromanik bis zum Sozialistischen Realismus des 20. Jahrhunderts – charakterisieren.